Pursahs Thomasevangelium Spruch 57

Gottes Himmelreich ist wie ein Mann, der gute Samen hatte. Sein Gegner kam in der Nacht und sähte Unkraut zwischen die guten Samen. Der Mann lies die Arbeiter das Unkraut nicht ausreißen, sondern sagte zu ihnen:"Nein, sonst zieht ihr mit dem Unkraut den Weizen heraus. Denn am Erntetag wird das Unkraut deutlich sichtbar sein, es wird herausgezogen und verbrannt werden."

Jesus schildert hier die Haltung, die wir uns in der Geistesschulung zu eigen machen. Diese Haltung nennt er in "Ein Kurs in Wundern" Vergebung. Das Unkraut, oder die Fehler die wir bei uns und anderen sehen und verurteilen, werden erst von uns wirklich gemacht, indem wir dagegen ankämpfen. Es ist nicht gemeint Fehler nicht zu korrigieren. Es geht hier um den Unterschied zwischen Fehler und Sünde.Es ist einFehler wenn ich mich von Gott getrennt sehe, aber es ist keine Sünde. Ein Fehler kann leicht durch meinen inneren Lehrer korrigiert werden, sobald ich bereit dazu bin. Dazu genügt es den fehlerhaften Gedanken dem Heiligen Geist in mir zur Neubeurteilung vorzulegen. 

Die Sünde aber, auf der das Ego Denksystem ruht, fußt auf dem verrückten Gedanken ich könne Gott angreifen, mich von ihm trennen, und Erfolg damit haben. Dieser Gedanke bedarf der Korrektur. Gleichwohl hat er keinerlei wirkliche Folgen, da er eine Illusion ist. In der Illusion dieser Welt, die auf der Idee der Sünde aufgebaut ist, hat er aber durchaus illusionäre Folgen,wie wir alle erleben.
Woran merken wir, ob wir an Sünde glauben? Wir erleben eine Welt als real, in der Wesen agieren, die sowohl voneinander als auch von Gott getrennt zu seien scheinen. Folglich glauben wir an die Realität von Trennung und somit an Sünde. In einem Traum oder einem Film erleben wir manchmal schreckliche Dinge, die uns belustigen, sobald uns ihr illusionärer Charakter klar wird. Obwohl ich letzte Nacht träumte jemanden ermordet zu haben, stelle ich mich heute nicht der Polizei. Genau so kann ich geistig auf die Trennungsangebote dieser Welt reagieren. Das Unkraut kann einfach neben dem Weizen wachsen. Derzeit bin ich ohnehin nicht in der Lage Unkraut vom Weizen zu unterscheiden, d. h. zu unterscheiden was wirklich und was illusionär ist.
Wann kommt dann endlich der Erntetag? Er kommt überhaupt nicht, da er immer da ist. Aber innerhalb der Illusion der Zeit, die ich selbst als Konzept gewählt habe, sieht es so aus als ob ich darauf warte. Die Zeit ist ein geniales Konzept, des  von uns kreierten Ego Denksystems. Es geht um eine innere Haltung, einen geistigen Standpunkt um Zeit und Raum als Täuschung zu durchschauen. Diese geistige Haltung über dem Schlachtfeld legt uns Jesus in diesem Spruch dar. Wir haben guten Samen, da wir als Söhne Gottes nichts anderes als ER sein können. Vertrauen wir diesem Gedanken und schauen darauf was uns in der Tiefe verbindet. Langsam durchschauen wir so die wechselnden Formen, die uns Trennung vorgaukeln sollen. Da ist nur Einheit verkleidet als Trennung, Unschuld ist überall. Die Einheit aber hat sich nicht verkleidet. Wir verkleiden Sie mit unserer verrückten Idee Trennung sei möglich.