Pursahs Thomasevangelium Spruch 54

Selig die Armen, denn euer ist des Vaters Himmelreich.
Was heißt für Jesus arm sein? Es geht hier nicht um die materielle Seite dieser Welt. Ich kann reich sein und trotzdem keinen Wert darin sehen. Ich kann in dieser Welt im materiellen Sinne arm sein und einen hohen Wert darin sehen. Jesus geht es um geistiges Erkennen. Für ihn gibt es ohnehin keine Trennung in Geist und Materie. Er sieht, was wir Materie nennen, als Symbole unseres Geistes. Er bittet uns einfach darum diesen Symbolen keine Wirklichkeit zu verleihen. Was ist ein Symbol? Es ist ein Stellvertreter für etwas. Wofür stehen unsere Symbole? Sie stehen für die Idee der Trennung. Wenn die Idee der Trennung nicht wirklich ist, wie können dann Symbol der Trennung wirklich sein?
Wir leben in einer Welt der Konzepte. Wir können uns nicht gegen Konzepte impfen oder immunisieren lassen. Aber wenn wir verstehen das alle Formen und Gedanken Konzepte sind, ändert sich alles. Wir beginnen uns dafür zu interessieren, was vor den Konzepten da war. Wir erkennen, von Konzepten ist keine Heilung zu erwarten. Ein armer Mensch im Sinne Jesu, ist nicht ohne Konzepte. Er gibt aber allen Konzepten den gleichen Wert, was gleichbedeutend ist mit gar keinen Wert. Werte in dieser Welt beruhen auf der Idee der Rangordnung, der Besonderheit, und damit der Trennung. Sind alle Konzepte gleich unwirklich so wird keine Trennung mehr gesehen.
Stellen wir uns dieser Situation allen Konzepten, d.h. unserem ganzen Denken, die gleiche Wertlosigkeit zu zusprechen, spüren wir eine Angst in uns aufsteigen. Diese Angst, ist die Angst von Gott. Dieses Hindernis vor der Liebe wird genau so aufgelöst wie alle andern auch: es verschwindet vor der ruhigen Einsicht, dass wir die Liebe Gottes sind und sonst nichts.