Pursahs Thomasevangelium Spruch 52

Die Jünger sagten zu ihm:"Vierundzwanzig Propheten haben in Israel gesprochen, und alle haben von dir gesprochen." Er sagte zu ihnen:"Ihr habt den Lebendigen nicht beachtet, der unter euch ist, und habt von den Toten gesprochen."
Und wieder klingt die Idee der Zeit an. Diese Idee der Zeit ist ein wichtiger Abwehrmechanismus für uns, um uns von der Liebe fernzuhalten. Der jetzige Augenblick, das Hier und Jetzt, ist der natürliche "Feind" des Ego Denksystems mit dem wir identifiziert sind. Natürlich hat die Liebe keinen Feind, da sie kein Gegenteil hat. Aber das Ego gibt sich alle Mühe, wie ein Gegenteil auszusehen. Es inszeniert eine Körperwelt und schickt diesen geträumtem Körper auf die Suche nach der Wahrheit.
In der Illusion der geträumten Körperwelt begegnen wir Zeichen, Hinweisen und Prophezeiungen, die uns an den ursprünglichen, reinen, zeitlosen Geist erinnern, der wir wirklich sind. Über diese grübeln wir nach und fangen an sie mit der Wahrheit selbst zu verwechseln. Aber der Finger der auf dem Mond zeigt, ist noch nicht der Mond, wie man im Zen sagt. Wir verwechseln oft, wie die Jünger Jesu, den Wegweiser mit der Wirklichkeit. Aber die 24 Propheten sind nicht das Spannende, sondern spannend ist was Jesus repräsentiert: zeitlose, raumlose Wirklichkeit, Nichts welches gleichzeitig Alles ist.
So interessiert uns das Tote mehr als das Lebendige, und gleichzeitig wundern wir uns warum wir ständig im Mangel  und nie wirklich zufrieden sind. Wie könnte das Tote uns zufrieden stellen? So lange wir noch an Trennung glauben, sollten Depression und Unzufriedenheit uns freudig stimmen. Diese Zustände zeigen auf, unsere Erinnerung an die Einheit kann nicht verschüttet oder vergessen werden. Bringen wir doch unsere Schmerzen, unser Leiden mit der Wirklichkeit, der Bewusstheit unserer Einheit zusammen und schauen was passiert. Sich so der Wirklichkeit zu öffnen, macht den Weg frei für Erkenntnis. Es ist unsere Bereitwilligkeit, die der Gnade den Weg frei gibt.