Pursahs Thomasevangelium Spruch 51

Die Jünger sagten zu ihm:"Wann wird die Ruhe für die Toten eintreten, und wann kommt die neue Welt?" Er sagte zu ihnen:"Was ihr erwartet, ist gekommen, aber ihr wisst es nicht."
Die Jünger glauben an Zeit. Sie glauben an die Möglichkeit und auch die Notwendigkeit von Entwicklung. Entwicklung ist was die Welt, die wir zu sehen glauben, ausmacht. Alles strebt und muss sich verbessern. Wir sprechen von Evolution, und wenn wir ungeduldig werden von Revolution. Einstein stellte fest, Zeit ist genau so eine relative Größe wie alles andere auch. Dies mag uns intellektuell bewusst sein, aber nicht emotional. Aber nur was uns emotional bewusst ist, hat die Chance uns als Wahrheit zu begegnen.
"Die neue Welt ist schon da, dass hätte ich doch gemerkt!", so argumentieren wir. Wir halten für wahr, was uns unsere Sinneswahrnehmungen und unser Denken zu beweisen scheinen. Beobachten wir genauer, stellen wir fest, vor allem Denken und wahrnehmen ist ein nicht etwas, eine klare Bewusstheit, die schon immer da war. Die Ruhe für die Toten ist unsere Idee von Frieden. Auf Grabsteinen findet man oft den Satz:"Hier ruht in Frieden...". Diese Idee beruht auf der Annahme wir seien dieser Körper, Bewusstheit wäre auf den Körper begrenzt oder von ihm abhängig. Dabei ist es der Körper, der als Idee in der Bewusstheit erscheint.
Wir vertauschen Ursache und Wirkung, indem wir glauben der Körper wäre die Ursache für Bewusstheit. Es ist genau umgedreht. Die Idee "mein Körper" ist abhängig von einem Verstand der sie denkt. Im Ruhezustand des Verstandes, gibt es keine Idee von "mein Körper". Der Verstand ist abhängig vom Bewusstsein in dem er erscheinen kann. Die Idee "mein Körper" ist also abhängig vom Verstand, und der Verstand ist abhängig vom Bewusstsein. Das Denken erscheint in der Bewusstheit und nicht umgekehrt. Dies kann als alltägliche Erfahrung im Geist beobachtet werden. Bewusstheit ist immer schon da. Genau dies ist es, worauf Jesus uns hinweist.