Pursahs Thomasevangelium Spruch 47

Der Mensch kann nicht auf zwei Pferden reiten oder zwei Bogen spannen. Und ein Knecht kann nicht zwei Herren dienen, sonst wird er den einen ehren und den anderen schmähen. Niemand trinkt alten Wein und verlangt gleich danach nach jungem Wein. Man füllt jungen Wein nicht in alte Schläuche, sonst könnten sie platzen, und füllt alten Wein nicht in neue Schläuche sonst könnte er verderben. Man näht nicht einen alten Flicken auf ein neues Kleid, sonst würde es reißen.
Die Gesetzmäßigkeiten die Jesus hier beschreibt gelten nicht nur in der illusionären Erscheinungswelt der Form, sondern auch in der Geistigen Welt. Die Welt der Form stellt eine Spiegelung der Geistigen Welt dar. Wie alle Spiegelungen ist sie illusionär und nur ein unvollkommenes Abbild. Die Welt, die wir zu sehen glauben, spiegelt den Grundkonflikt unseres gespaltenen Geistes. Dieser Grundkonflikt ist ein Konflikt zwischen zwei Denksystem, die sich gegenseitig ausschließen und nie berühren. Dieser Konflikt ist, wie Freud erkannte, zum Großteil unterbewusst ja sogar unbewusst. Die Welt die wir wahrnehmen, ist das äußere Bild eines inneren Zustandes, und spiegelt die verrückte Idee Trennung sei möglich und geschehen.
Die Beispiele die Jesus anführt zeigen auf, dass es keine Kompromisse zwischen diesen beiden Denksystemen gibt. Mit zwei Händen kann ich nur einen Bogen spannen, nur einem Herrn kann ich dienen. Das Ego sieht Frieden in einem gut ausgehandelten Kompromiss. Der Heilig Geist sieht Frieden in dem Erkennen, dass Konflikt unmöglich ist, da Trennung unmöglich ist.
Solange wir denken das Denksystem dieser Welt und die Idee "Ich bin ein Körper" mache uns glücklich, werden wir nicht bereit sein jungen Wein zu trinken. Der Grundkonflikt im Geist muss angeschaut werden, damit er der Lösung im Geist übergeben werden kann. 
Da wir daran glauben die Trennung von Gott vollbracht zu haben, fühlen wir uns schuldig und erwarten Gottes Strafe. Diese verrückte Idee bildet den Kernkonflikt im unbewussten Geist. Das Ego tut viel, damit dieser Konflikt unbewusst bleibt, und nicht angeschaut werden kann. Es bietet uns eine Welt der Körper und Formen, damit die unbewusste Schuld nach außen auf andere projiziert werden kann. Der spirituelle Weg den Jesus vorschlägt besteht in einer Haltung der Bereitwilligkeit und Entschlossenheit: Ich bin bereit die Welt anders zu sehen. Ich bin bereit die Welt als Schule zu sehen, und mit Jesus als Lehrer, mein Einssein mit dem Vater in Erinnerung zu rufen. Ich bin bereits zu sehen, dass mein verrücktes Denken Trennung sei möglich überhaupt keine Wirkung hat. Die Wirklichkeit Gottes kann verschleiert aber nicht verändert werden. 
Wir nähen nicht mehr alte Flicken auf neue Kleider und verstehen, wir benötigen Hilfe von außerhalb unseres Denkystems. Wir versuchen nicht mehr unsere Probleme in der Formenwelt selber zu lösen, sondern bitten um Hilfe, um eine neue Wahrnehmung. Wir öffnen uns für die Gnade und sind bereit zu erkennen, dass Gott alle unsere Probleme bereits gelöst hat. Aus unserer Bewegung des machen's wird eine innere Bewegung der Hingabe. 
"Ich weiß nicht was irgendetwas, dies hier eingeschlossen, bedeutet. Und daher weiß ich nicht, wie ich darauf reagieren soll. Ich will mein eigenes vergangenes Lernen nicht als das Licht benutzen, dass mich jetzt führen soll." 
(Ein Kurs in Wundern)