Pursahs Thomasevangelium Spruch 34

J.  sprach: Wenn ein Blinder einen Blinden führt, fallen beide in eine Grube.
Wir glauben, wir könnten am meisten von den Menschen lernen, die freundlich und nett zu uns sind. Wir neigen dazu, Beziehung zu beenden, wenn es schwierig wird. Verpassen wir dabei nicht die Möglichkeit, die Anteile von uns zu integrieren, die endlich gesehen werden wollen? Wo es zwischen uns und einem Anderen eine Trennungsidee gibt, gehen wir nicht weiter, und sind in unserem Geist gespalten. Es. geht hier nicht um die Form, sondern um den Inhalt. Es kann sehr sinnvoll sein, sich von jemandem zurückzuziehen, der aggressiv ist. Aber auch hier zählt die Haltung, aus der und in der wir dieses tun. Der geistige Weg dreht sich nicht um das Verhalten, sondern um unsere geistige Haltung. Aus der richtigen geistigen Haltung wird mühelos angemessenes Verhalten. Diese Haltung bezieht sich nicht nur auf Personen sondern auch auf alle Umstände unseres Lebens. Wie gehen wir mit unserem Körper um? Verurteilen wir ihn in seinem Sosein, oder nehmen wir ihn an. Es gibt einen Weg, der führt über das Fühlen  aus dem Denken heraus. Das Fühlen öffnet den Raum für das Erkennen. Sich nicht von einem Blinden führen  lassen, heißt alles als Lehrer willkommen heißen. Blindheit entsteht durch unsere Auswahl. Der Verstand meint wirklich zu wissen, was gut für uns ist. Wer den Witz versteht, muss laut auflachen. Diese Welt kann eine große Schule für uns sein, unsere Blindheit heilen zu lassen. Was gilt es zu lernen: Es ist weder nötig etwas abzulehnen, noch etwas zu opfern. Wie schon Seng-Tsan im alten China sagte: 
Der Höchste Weg ist gar nicht schwer, 
vermeide nur auszusuchen und auszuwählen. 
Nur ohne Verlangen und ohne Haß 
wird unverstellt klar, was da ist. 
Doch ein Unterscheiden, breit wie ein Haar, 
und Himmel und Erde sind unendlich getrennt. 
Willst du die Wahrheit sehen, 
dann halte dich nicht an Dafür und Dagegen. 
Der Streit von Dafür und Dagegen, 
das ist die Krankheit des Geistes. 
Wenn du den tiefen Sinn nicht erkennst, 
ist der Frieden des Geistes vergeblich gestört.