Pursahs Thomasevangelium Spruch 31

Ein Prophet ist in seinem Dorfe nicht willkommen. Ein Arzt heilt nicht diejenigen, die ihn kennen.
Dieser Spruch ist  längst ein geflügeltes Wort geworden. Wir alle haben schon die Wahrheit dieses Satzes überprüft. Einen Menschen den wir gut zu kennen scheinen, trauen wir nur das zu, was wir von ihm zu wissen glauben. Das Ego schickt uns auf eine weite Reise um die Wahrheit zu suchen. So zog es mich als junger Mensch nach Japan, um dort die Wahrheit im Zen Kloster zu suchen. Was weit entfernt und unbekannt ist, ist die beste Projektionsfläche für unsere Sehnsüchte. Es ist eine große spirituelle Leistung zu verstehen, die Wahrheit kann nur im eigenen Geist sein. Sie ist dort scheinbar versteckt und zugedeckt von Gedanken und Gefühlen der Minderwertigkeit, der Schuld, und der Selbstzweifel. Suchen wir den Meister im Außen, spielen wir das immer gleiche Spiel von Idealisierung und Abwertung. In der ersten Phase projizieren wir unsere Sehnsüchte auf den Lehrer und idealisieren alles, was er sagt oder tut. In der zweiten Phase greifen wir an, weil er uns nicht das gibt, was wir scheinbar brauchen. Jesus ist ein gutes Beispiel dafür. Zuerst als Erlöser gefeiert, dann gekreuzigt. 
Wir wollen nicht verstehen, Wahrheit kann nur in uns selbst gefunden werden. Unsere Schuldgefühle und unsere Selbstzweifel stehen uns beim Erkennen dieser einfachen Tatsache im Wege.  Der Prophet gilt nichts im eigenen Land. Unserem Geist trauen wir die Erlösung nicht zu. So fantasieren wir Jesus oder anderen Erlöser Figuren die Aufgabe zu, die Erlösung stellvertretend für uns zu erreichen. Was wäre die Alternativen? Um Hilfe, um eine andere Wahrnehmung bitten. Denn Jesus, der Heilige Geist, der uns hilft, ist ebenfalls in unserem eigenen Geist. Wo sollte er sonst sein? Schauen wir unsere Schuldgefühle und unsere Selbstzweifel gemeinsam mit ihm im Geist an. Zusammen haben wir die Lampe, die diese hinwegleuchten wird. Vergebung ist diese Lampe. Ist der Schleier der Schuld gelüftet wird kein Prophet mehr benötigt.