Pursahs Thomasevangelium Spruch 28

Ich stand in der Welt und fand sie alle betrunken, und ich fand keinen darunter durstig. Sie sind leer in die Welt gekommen und suchen, sie leer zu verlassen. Doch nun sind sie betrunken. Wenn sie ihren Wein von sich abschütteln, werden Sie die Augen öffnen.
Ich stand in der Welt und fand sie alle betrunken: aus Sicht des reinen Geistes benehmen sich Menschen, die an die Wirklichkeit von Formen und Körpern glauben, wie Betrunkene. Betrunkene taumeln durch eine Welt, die sie nicht der Wirklichkeit gemäß wahrnehmen. Sie befinden sich in einem illusionären Zustand und haben die rosarote Brille aufgesetzt. Ohne diese Brille ist gut zu beobachte, wie das Leiden der Welt durch das Festhalten an der  Idee der Trennung entsteht. Wir entdecken, dass die Idee der Trennung auf unser urteilen angewiesen ist, und unsere Urteile beruhen auf der Idee der Schuld.
Ich fand keinen darunter durstig: die einzige Bedingung um die Illusion des Leidens zu durchschauen, besteht in unserem Durst nach Wahrheit. Der Frieden Gottes ist für jeden sichtbar, der nichts anderes mehr will, außer diesem Frieden. Aus dieser Entschlossenheit entspringt der Wunsch, und wir zum einzigen Wunsch, diese Welt anders zu sehen.
Sie sind leer in die Welt gekommen: wir verdrehen Ursache und Wirkung. Wir denken wir kommen als kleine Kinder leer in diese Welt. Dann werden wir von dieser Welt angefüllt, geprägt und entwickeln uns. Die Welt ist die Ursache und wir sind die Wirkung. Es ist aber genau umgekehrt. Wir, d.h. unser Geist, ist die Ursache und die Welt ist die Wirkung. Ein an Trennung glaubender Geist, mit dem wir uns identifizieren, projiziert eine Welt der Dualität nach außen. 
Und suchen sie leer zu verlassen: wir sind fasziniert von der Idee des opferns. Viele spirituellen Wege stellen genau diese Idee in ihren Mittelpunkt. Die Idee ist leer zu werden und zu Gott zurück zu kehren. Diese Idee mach den Trennungsgedanken wirklich. Illusionen werden durchschaut, sie können nicht leerer werden als sie ohnehin schon waren.
Doch nun sind Sie betrunken. Wenn sie ihren Wein von sich abschütteln, werden Sie die Augen öffnen: dies ist unsere Aufgabe in dieser Welt. Was braucht es um eine Sucht zu beenden? Nach 25 Jahren Erfahrung in einer Suchtklinik sehe ich da vor allen zwei Dinge, die sich auf die Suchtklinik Welt übertragen lassen: 1) Die Bereitwilligkeit und Entschlossenheit einen anderen Weg zu gehen. 2) Bereit zu sein, Hilfe von außerhalb des süchtigen Systems anzunehmen, also um Hilfe zu bitten.
Genau dieses Vorgehen empfiehlt Jesus in "Ein Kurs in Wundern" für die Suchtklinik dieser Welt:"Entscheide dich nicht die Welt zu ändern, sondern ändere dein Denken über die Welt." Um das Denken über die Welt zu ändern, benötigen wir Hilfe von außerhalb unseres Denksystems. Stelle fest dass es nicht so geht wie du dachtest, und dann bitte den Heiligen Geist in dir um Hilfe.