Pursahs Thomasevangelium Spruch 17

J. sprach: "Ich will euch geben, was kein Auge gesehen, kein Ohr gehört, keine Hand berührt hat und was in keinem menschlichen Herzen entstanden ist."
Jesus folgt in dieser Aussage den großen Traditionen des Ostens. Die Wahrheit, GOTT, kann nur durch Negation beschrieben werden. Worte reichen nicht in den Bereich des Absoluten. Unsere Aufgabe ist es nur zu begreifen, dass nichts in dieser Welt, die wir sehen, irgend einen Wert für uns besitzt. Für den geistigen Prozess, dies in uns selbst zu erkennen, bietet er sich als geistigen Führer in unserem Geist an. Dies heißt im übrigen in keiner Weise die Welt zu verneinen. Im Gegenteil, ein verneinen der Welt würde sie wirklich machen, und ihr einen Wert beimessen, der verneint werden muss. Verneint wird nur der Wert, den die Welt der Erscheinungen für uns zu besitzen scheint. Diese Stelle erinnert an das Herzsutra: 
"In der Leerheit gibt es keinen Körper, kein Gefühl und keine Wahrnehmung, keine Willensregungen und  Bewußtsein; da gibt es weder Augen noch Ohren, weder Nase noch Zunge, weder Leib noch Geist, weder Sinnesobjekte noch Vorstellungen; da gibt es weder den Bereich der Sinne, noch den Bereich der Sinnesobjekte, noch den Bereich des Bewußtseins."
Um welche Haltung geht es Jesus hier? Die Welt hat den Wert uns als Schule zu dienen, in der wir ihre vollkommene Wertlosigkeit erkennen. Es ist unsinnig nach der Wahrheit zu suchen, da wir die Wahrheit sind. Es ist aber sinnvoll und notwendig, die Barrikaden vor der Wahrheit zu entfernen, welche die Wahrheit für uns scheinbar unsichtbar machen.